Aikido, Kendo und Iaido im ESV München

Aikido

Aikido hat seinen Ursprung in den Körper- und Waffentechniken (Schwert und Stock) der japanischen Kriegskünste. Der in unserem Dojo praktizierte Aikidostil orientiert sich an Hirokazu Kobayashi Sensei (8.DAN Osaka, 1998) und zeichnet sich durch seinen Bezug zum traditionellen Kendo aus. Typisch für Aikido sind die Griffe und Würfe mit denen ein Gegner ohne Krafteinsatz zu Boden gebracht wird. Schläge werden nur benutzt um den Gegner auf Distanz zu halten während man seinen Griff/Wurf ansetzt. Tritte gibt es in Aikido nicht. Zusätzlich lehrt Aikido den Umgang mit dem Bokken (japanisches Holzschwert) und Jo (Holzstab mit ca. 120 cm Länge).

Aikido ist kein Wettkampfsport!

Geschichte des Aikido

Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido

Morihei Ueshiba wurde am 14. Dez 1883 in Tanabe in der Präfektur Wakayama geboren. Sein Vater war ein sehr geachtetes Mitglied der örtlichen Gesellschaft und zwanzig Jahre lang im Gemeindevorstand des Ortes, während seine Mutter Itokawa Yuki aus einer Land besitzenden Familie adliger Herkunft stammte. Traditionsgemäß erfolgte seine Erziehung von Kindheit an im Geiste des Buddhismus und nach Regeln des Bushido (Weg des Kriegers). Im Jahre 1902 ging Ueshiba mit dem Ziel eine Karriere als Geschäftsmann zu machen nach Tokio und gründete dort seine eigene Firma. Insbesondere aber begann er während diesen ersten Aufenthalts in Tokio sein Kampfkunststudium mit traditionellem Jujutsu und Kenjutusu. Von 1903 bis 1907 diente Morihei Ueshiba in der jap. Armee und nahm am russischen Krieg teil. Als 1912 die jap. Regierung die Besiedelung der nördlichen Insel Hokkaido plante brach Morihei Ueshiba mit über 80 Menschen aus seinem Ort dorthin auf. Dort traf er auf den bekannten Daitio-Ryo-Meister Takeda Sokaku. Ueshiba ließ alles liegen und stehen und blieb einen Monat lang in der Herberge und trainierte mit Sokaku Tag und Nacht. Anschließend kehrte er nach Hause zurück sehr zu Erleichterung seiner Familie. Er baute nun auf seinem Grundstück ein Dojo und ein Haus für Sokaku, lud den Meister ein, dort Unterricht abzuhalten und erhielt dafür jeden Morgen Einzelunterricht. Aufgrund der Nachricht, dass sein Vater ernsthaft erkrankt sei verließ Ueshiba Ende 1919 Hokkaido. Bei seiner Rückreise begegnete ihm Deguchi Onisaburo, der für seine Meditationstechnik bekannt war ('Chinkon Kishin' Besänftigung des Geistes und Rückkehr zum Göttlichen) und in der Nähe von Ayabe lebte. Nach dem Tod seines Vaters entschied sich Morihei Ueshiba für ein spirituelles Leben unter der Anleitung Onisaburos. Zu dieser Zeit nahmen Ueshibas Budo-Übungen nach und nach einen spirituellen Charakter an und er entwickelte seinen eigenen Stil der 1922 offiziell Aiki-Bujutsu genannt wurde. Einige Jahre später wandelte Ueshiba den Namen in Aiki-Budo (während Jutsu sich nur auf das technische Können bezieht, bedeutet Do das es sich vor allem auch um philosophische Prinzipien handelt. 1941 wurde Aiki-Budo in das Butokai (eine Institution der Regierung, die alle Kampfkünste in einer Organisation vereint) aufgenommen. Ungefähr zu dieser Zeit wurde erstmals der Name Aikido benutzt.

Als Morihei Ueshiba schließlich die Siebzig erreicht hatte, entsprang seine vollendete Technik in zunehmendem Maßen seiner geistigen Größe, im Gegensatz zu der Wildheit und Kraft, die seine früheren Jahre charakterisiert hatten.

Viele bedeutende Meister aus anderen Budo-Disziplinen kamen in sein Dojo um unter seiner Anleitung zu lernen. Nach dem 2. Weltkrieg verbreitete sich das Aikido über die ganze Welt und Menschen vieler Nationalitäten und Religionen studieren nun Aikido und erkennen seinen Wert für das Individuum und die Menschheit.

Die geistige Kraft des am 26. April 1969 in Tokio verstorbenen Großen Meisters wirkt, solange es Menschen gibt, die das von ihm geschaffene Aikido betreiben und verbreiten.